2. Sep, 2018

Das Umfeld, das abfärbt

Gestern war ich mit Finny im Regen spazieren. Wir brauchten etwas Bewegung und vor allem Ruhe. Also ich auf jeden Fall. Denn die letzten Tage waren anstrengend. Anstrengend aber auch schön. Ich war ja ein paar Tage auf einem Seminar, das ich dort zwar genoss, aber bisher noch gar nicht richtig Zeit hatte, es auch wirklich setzen zu lassen. Denn viel zu schnell ging daheim der normale Alltag wieder los.

Und dem wollte ich gestern also Abhilfe schaffen und macht mich deshalb zusammen mit Finny schon ziemlich früh am Morgen los, in Richtung Kemptnertobel. Schon im Auto auf dem Weg nach Kempten, liess ich meine Gedanken nochmals zu diesen Seminartagen schweifen und sehr schnell war für mich klar, dass das allerschönste an diesen Tagen nicht das Gesagte oder Gesehene auf der Bühne war, sondern diese rundherum fantastischen Menschen. Dieses Umfeld, bei dem ich mich auf einmal nicht mehr alleine mit meinen Gedanken oder mit meiner Einstellung fühlte, sondern ich umgeben war von Menschen, die ebenfalls auf ihrem Weg sind und sich weiterentwickeln möchten. Die ebenfalls ihre eigenen Hürden und Grenzen übersteigen wollen, um weiter zu kommen. Und das war schön. Ich fühlte mich irgendwie dazugehörig und geborgen.

Gedankenversunken stellte ich dann ebenfalls noch während der Fahrt einen YouTube-Vortrag ein, und zuckte etwas zusammen, als der Redner dort sagte, dass wir das Produkt bzw. der Durschnitt wären, von den fünf Menschen, mit denen wir uns am meisten umgeben würden.

Boah! Das sass. Denn als ich mir überlegte, mit welchen fünf Menschen ich mich derzeit zeitlich am meisten abgebe, wurde mir ziemlich schnell klar: All dieses Menschen mag ich zwar, aber das ist doch noch nicht so ganz die optimale Mischung, die ich sein oder werden möchte.

Mit diesen Gedanken machte ich mich dann mit Finny auf, dem wunderschönen Flussbett zu folgen, dem Regen zu lauschen, die gereinigte Luft einzuatmen und das Wasser zu beobachten, wie es sich kraftvoll und mit lautem Getöse einen Wasserfall hinunter wirft, um unten angekommen dann wieder ganz leise und friedlich ganz im Fluss zu sein.

Und über das Umfeld, welches so stark abfärbt, denke ich noch ein Bisschen weiter nach.

 

 

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