Blog Teil 2

6. Sep, 2016

Es gibt da einen kleinen Platz, der wie ich finde, sehr speziell und schon fast mystisch ist. Es ist ein Ort, der zum Glück nur zu Fuss erreichbar ist, den man ausschliesslich vom Weg aus betrachten darf, damit die zarte-wilde Landschaft nicht zestört wird und an dem man einfach die Zeit kurz anhalten, in eine andere Welt eintauchen und zur Ruhe kommen kann.

Finny und ich haben uns am letzten Samstag aufgemacht, diesen Ort zu entdecken. Der Fussmarsch führte uns über einen Feldweg in den Wald, dem Bäntalbach entlang und dann viele, teilweise ziemlich steile und auch etwas rutschige Treppenstufen hoch, bis man einen Platz erreicht, der einem die Sicht auf die Tüfels Chilen offenbart. Dort lädt ein Bänkli ein, sich hinzusetzen, sich auszuruhen, zur Ruhe zu kommen und dieses Naturspektakel zu bestaunen.

Wenn man von unten schaut, sieht man ein treppenstufiges mit Moos bewachsenes Kalkgebilde, welches sich bei unserem Besuch in wunderbarem Braun und kräftigem Grün präsentierte. Oben bei der Kanzel, dort wo insgesamt vier Quellen entspringen, fliesst das kristallklare Wasser den Felsvorsprung hinunter und dann weiter über den 60 Meter langen treppenstufigen Abhang. Da sich dort Kalk als Tuffstein ablagert, schaut das ganze Gebilde faszinierend, bizarr und irgendwie märchenhaft aus. Entgegen dem "Teufels-Namen" hatte ich beim Anblick dieses Naturereignis das Gefühl, als würden gleich Elfen, Kobolde und Feen auftauchen und mich entführen in eine Märchenwelt.

Mitten in diese Märchen-Träumereien, platze plötzlich eine Gruppe von Männern hinein, zerstörten kurzerhand meine Tagträume und brachten mich abrupt in die Realität zurück. Doch zum Glück blieben diese Herren nicht lange, sondern machten sich nach ein paar Fotos rasch wieder auf den Weg.

Finny und ich blieben aber noch eine ganze Weile sitzen und genossen es, den Platz wieder für uns alleine zu haben. Naja... Also eigentlich stimmt das ja zwar so nicht ganz. Denn ehrlich gesagt waren wir nicht ganz alleine. Denn gefühlte 678 Mücken waren auch noch dort... Aber auch wenn ich auf diese Mücken, und vor allem auf die anschliessenden Mückenstiche gerne hätte verzichten können, so war unser Ausflug zu den Tüfels Chilen einfach wunderbar. Und es ist sicher - wir kommen wieder. Beim nächsten Mal aber bewaffnet mit Antibrumm.

PS: mehr Fotos von diesem Ort findet ihr hier unter "Kreuz & quer" / Fotoalbum

28. Aug, 2016

Nach unserer Wanderung im Brunni, sind wir gestern Nachmittag motiviert nach Einsiedeln zurück und haben dort gleich noch einen wunderschönen Spaziergang angehängt. Wer mich kennt kann erahnen, dass ich mich für meine Lieblingsstecke - den Kreuzweg-Rundgang - entschieden habe. Denn ich finde diese Strecke wunderschön, sie war ideal für Finny, da sie sich im Bächli abkühlen konnte und perfekt für uns beide, da wir den grössten Teil im Schatten spazieren konnten. Aber auch wenn Finny und ich diesen Weg schon x-mal gegangen sind, so muss ich sagen, war er gestern speziell schön. Vielleicht lag es am traumhaften Wetter oder der phantastischen Sicht, aber ich glaube ehrlich gesagt eher, dass es daran lang, dass ich mir zum allerersten Mal überhaupt die Zeit nahm, nicht nur die Strecke zu geniessen, sondern an jeder Station einen kurzen Halt einzulegen. Ich setzte mich also jeweils kurz auf die Bänklis, betrachtete die in Stein gemeisselten Bilder der verschiedenen Stationen der Kreuzigung, las den Text dazu und staunte, dass diese Texte nicht einfach Bibelverse waren, sondern immer auch einen Bezug zur heutigen Zeit hatte.

Ich liess das alles dann immer einen Moment auf mich wirken und ich muss sagen, es hat mich berührt, auch wenn ich nicht katholisch bin. Aber irgendwie geht es mir immer so wenn ich ein Einsiedeln bin. Denn das Kloster ist - egal ob man gläubig ist oder nicht - von innen wie auch von aussen beeindruckend und manchmal denke ich, die wussten ganz genau, warum die damals dieses imposante Gebäude genau hierhin gebaut haben...

Nun aber zurück zum Weg: Natürlich habe ich mal wieder nicht ganz die offizielle Kreuzwegroute genommen, sondern noch einen Umweg zu einer wunderbaren Linde angehängt, welche ganz alleine auf einem Hügel steht und von welcher aus man einen traumhaften Blick auf ganz Einsiedeln hat. Finny genoss es, dort einen Moment im Schatten im Gras zu liegen und ich, das wunderbare Panorama zu betrachten.

Aber nicht nur von dieser Linde aus, ist die Sicht auf das Kloster und Einsiedeln toll. Denn wenn man dem Kreuzweg folgt und nichtsahnend durch den Wald schlendert, wird man immer wieder mit unglaublichen Blicken auf das imposante Kloster, auf den Sihlsee sowie auf Einsiedeln belohnt.

Und gestern ging es mir wie immer - ich war fasziniert von dieser Aussicht und habe natürlich alles zum x-ten Mal fotografiert. Aber das macht nichts. Mir gefällt es immer wieder aufs Neue! Und ich bin sicher, es werden noch viele Fotos folgen, denn da sind Finny und ich nicht das letzte Mal gewesen.

PS: Wenn Ihr Lust habt, findet Ihr einige Fotos von gestern unter "Kreuz und quer" / Fotoalbum.

 

28. Aug, 2016

Was tun, wenn man bzw. frau müde ist und am liebsten nur schlafen möchte? Genau!

"Is Füdli chlübe" was übersetzt für unsere deutschen Freunde so viel heisst, wie "sich in den Allerwertesten zwicken", gutes Schuhwerk montieren, Hund anschnallen und ab die Post in Richtung Berge düsen.

Gezwickt - getan.

Auch wenn es heute einen etwas grösseren Zwick gebraucht hatte, war mir schnell klar, dass das Zwicken eine gute Idee war. Denn einen schöneren Tag als heute hätte man sich kaum träumen können. Da ich zudem bereits in Einsiedeln war, war mein Ziel - das Brunni SZ - schnell erreicht. Eigentlich wollte ich ja dann von dort aus mit der Luftseilbahn bis zur Holzegg fahren, aber da diese Finny und mir gerade vor der Nase bzw. vor der Schnauze abgefahren war, entschloss ich mich kurzerhand, einfach hoch zu laufen.

Gesagt, getan.

Es war ein schöner Weg, der uns an Kuhherden vorbei führe und uns einen wunderbaren Blick auf die Mythenregion präsentierte. Bei jedem Schritt spürte ich, wie die Bergluft gut tat, auch wenn man bei den heutigen Temperaturen nicht von "kühler und frischer" Bergluft sprechen konnte. Aber schön war es auf jeden Fall und gut tat es auch. Auch wenn ich gestehen muss, dass ich beim Aufstieg manchmal recht zu kämpfen hatte. Ob dies nun an den Temperaturen lag oder an der Tatsache, dass ich nicht ganz fit bin, war ja eigentlich egal. Die Hauptsache war ja, dass es trotzdem schön war und es im Notfall genügend andere Wanderer gegeben hätte, die einem bestimmt geholfen hätten, wenn man Hilfe benötigt hätte. Aber diese brauchten wir ja zum Glück nicht.

In der Holzegg stärkte ich mich dann mit einer feinen Tagessuppe und Finny bekam zur Belohnung für das gute Laufen natürlich viele feine Leckerlies.

Nachdem Finny und ich die Holzegg-Region dann noch ausgiebig erkundet haben, fuhren wir dann mit der Bahn zurück zur Talstation.

Schön war unser Ausflug auf die Holzegg und hat mir so viel neue Energie gegeben, dass Finny und ich dann zurück in Einsiedeln gleich nochmals eine Runde spaziert sind. Aber dazu morgen. Finny und ich sind jetzt ziemlich ko und müssen dringend ins Bett.

Deshalb nur noch: Schlaft gut ihr Lieben...

Und falls Ihr Lust habt Fotos anzuschauen, unter "Kreuz und quer" / Fotoalbum findet ihr welche... Viel Spass damit.