Blog Teil 3

17. Dez, 2017

Hallo Leute

Heute kommt ausnahmsweise schon als erstes der Link zu unsern Fotos zum heutigen Tag, sodass ihr euch schon vor dem Lesen etwas einstimmen könnt: http://www.aus-unserer-sicht.ch/429699467

 Ich schreibe heute übrigens mal wieder, weil mein Frauchen  sagt, dass sie „völligunfdestümpe“ ist. Was das genau bedeutet, weiss ich zwar nicht. Ich weiss nur, dass sie seit unserer Wanderung zwar glücklich aber auch total müde ausschaut und jetzt wie eine tote Fliege rumhängt.

Ok. Ich muss zugeben, müde bin ich schon auch etwas. Naja. Vielleicht würde  „ziemlich ultra-mega-fest“  besser passen. Denn unsere Wanderung heute durch den Schnee hatte es schon ziemlich in sich. Und die Fahrt heute Morgen nach Davos ebenso. Aufgrund der kriminellen Strassenverhältnisse standen wir nämlich mehr als einmal mitten auf der Strasse quer und mein Frauchen hatte echt viel zu tun, um uns gut und sicher hier hin zu chauffieren.

In Davos angekommen waren aber die Strapazen der Reise schnell vergessen und mein Frauchen und ich beschlossen deshalb, eine schöne Wanderung durch den Neuschnee zu unternehmen. Wir wollten von Davos Dorf aus dem Höhenweg folgen, um dann denn weitesten Weg zur Schatzalp zu nehmen.

Es war herrlich! Einfach wundervoll. Irgendwie fast wie im Märchen. Denn überall war dieses wunderbare Weiss. Von oben. Von unten. Von der Seite. Überall war es. Absolut fantastisch! Und dazu diese frische Luft und die Ruhe. Das gefiel mir und meinem Frauchen wunderbar.

Aber - ich muss gestehen -anstrengend war es schon auch. Und wie! Denn erstens ging das im Neuschnee laufen schon ziemlich in die Beine und zweitens ging es auch ziemlich ordentlich den Berg hinauf. Aber nicht nur für mich mit meinen kurzen Beinchen war das Laufen anstrengend, auch mein Frauchen schnaufte, schwitze und keuchte immer mal wieder vor sich hin.

Aber aufgeben kam natürlich nicht in die Tüte! Wäre doch gelacht gewesen wenn mein Frauchen und ich es nicht bis zum Restaurant Schatzalp geschafft hätten.

Und plötzlich – nach einer letzten Kurve – war das Restaurant plötzlich da! Juhui. Geschafft! War ich stolz!

Aber wisst ihr was ich da sah? Da gab es eine Bahn hinauf! Wir hätten gar nicht hochlaufen müssen, sondern hätte ganz gemütlich fahren können! Wenn ich das gewusst hätte..!  

Aber ok. Wahrscheinlich wäre das ja dann nur halb so schön gewesen. Ziemlich sicher sogar.

Deshalb beschlossen mein Frauchen und ich nach einer feinen Stärkung im Restaurant auch, den Retourweg wieder zu Fuss zu gehen -dieses Mal zwar den kürzeren Weg. Und ich muss sagen, runter geht schon sehr viel einfacher und schneller als rauf.

Aber eines ist sicher. Schön war es heute beim Winterwandern im Schnee alleweil. Und mein Frauchen und ich sind uns einig: Das machen wir bald mal wieder. Zuvor müssen wir uns einfach beide noch etwas erholen. Und ich glaube, ich habe in der Zwischenzeit auch verstanden, was mein Frauchen meint, als sie sagt: „Ich bin total uf de Stümpe“. Ich glaube, ich bin das nämlich auch.

30. Nov, 2017

Es ist schon so, dass Freude und Leid manchmal wirklich nahe beieinander liegen. Das musste auch ich die letzten Tage schmerzhaft erleben.

Begonnen hat es zwar wunderbar. Finny und ich haben uns nämlich am letzten Sonntag aufgemacht in die Bündner Berge. Grüsch Danusa war unser Ziel. Und… – es war herrlich!

Schon früh sind Finny und ich am Saisonstartwochenende auf dem Parkplatz in Grüsch angekommen, haben schnell ein (noch verbilligtes) Ticket gekauft und haben uns dann von der Seilbahn hochchauffieren lassen. Ganz stolz sass Finny am Fenster in der Gondel und betrachtete, wie unter ihr die Welt sich von Grün langsam aber stetig in Weiss verwandelte. Und – ich muss zugeben – wir beide waren absolut fasziniert, dass wir oben auf 1800 Meter angekommen, uns dann in einer atemberaubenden und wunderbaren Winterlandschaft befanden. Es war ein Traum. Pulverschnee wohin das Auge reichte und auf dem Winterwanderweg (fast) keine Menschenseele, sodass wir das ganze Weiss einfach für uns alleine hatten.

Zuerst zwar noch etwas skeptisch prüfend, ob denn dieses weisse Zeug sie auch wirklich trägt (oder sie einsinkt, was sie nicht mag), realisierte Finny schnell, dass die Langlaufloipe wie auch der Wanderweg perfekte Rennstrecken sind. Und von da an gab es kein Halten mehr. Meine 7,5-jährige Finny, die sonst eher ruhig und wenig verspielt ist, verwandelte sich plötzlich in ein junges Energiebündel und man sah ihr die pure Lebensfreude einfach nur noch an. Es war so wunderbar und ich glaube, es gibt kaum was Schöneres, als diesen Elan, diese Ausgelassenheit und diese Freude zu sehen. Und als ich meinem Hund zuschaute, wie er es genoss, ging mein Herz auf und ich empfand nur tiefste Liebe und grosse Dankbarkeit.

Und diese Liebe und Dankbarkeit erlebte ich auch gestern wieder. Jedoch auf eine ganz andere Art. Denn was gestern passiert ist, liess mir für einen Moment das Blut in meinen Andern erstarren und ich glaube, mein Herz hat für einen kurzen Moment aufgehört zu schlagen.

Das war nämlich in dem Moment, als der Kopf bzw. der Kiefer meiner kleinen und so wunderbaren Finny auf den Boden geknallt ist und es sich angehört hat, als wäre dieser entzwei.

Es war grässlich. Kaum zu beschreiben, wie schlimm.

Wie das geschehen konnte, wollt ihr wissen?

Ich war schuld. Ja, wirklich. Ich alleine.

Ich wollte sie nämlich zum Auto raus heben. So wie ich es immer mache. Doch gestern tat ich es irgendwie falsch - mit verheerenden Folgen… Der Ton des Aufpralls auf dem Asphalt werde ich wohl so schnell nicht mehr vergessen und meine Angst im selben Moment, ob sie das übersteht.

Sie bewegte sich einen kurzen Moment nicht mehr. Und dann war da auch Blut.

Einige Zeit später gab der Notarzt zwar Entwarnung. Der Kiefer war noch ganz! Gottlob und 1000 Dank! Sie schien sich beim Aufprall auch nicht auf die Zunge gebissen zu haben und auch die Reflexe waren alle noch da.

Zwar war da noch die Wunde, die Schwellung und der wackelnde Zahn… aber es schien, als hätten Finnys Schutzengel wirklich ganze Arbeit geleistet zu haben - und - ich bin ihnen unendlich dankbar dafür.

Nach einer Spritze und viel Liebe, hatten wir eine erstaunlich gute Nacht. Und heute Morgen schien sie schon fast wieder die alte Finny zu sein und mit weiterhin guter Pflege, einigen Medikamenten und speziell guten Leckerlis, ist sie sicherlich schon bald wieder ganz fit.

Vielleicht könnt ihr euch vorstellen, wie froh und dankbar ich darüber bin. ❤❤❤

 

Hier ist noch ein Fotolink zu Grüsch Danusa http://www.aus-unserer-sicht.ch/429699467

und hier ein kleines Video von Finny dort oben  im Schnee  http://www.aus-unserer-sicht.ch/430518485/5340136/posting/finny-in-grüsch-danusa-25-11-2017

 

 

15. Okt, 2017

Ich bin zuhause. Sitze auf meiner Eckbank. Bin müde und nippe an einem Glas Wein. Finny schläft unter dem Tisch. Ich lasse unseren Tag Revue passieren und muss sagen: dieser Tag war perfekt!

Perfekt… Ein grosses Wort. Und doch… ja.. ich finde, dieser Tag hat diesen Superlativ verdient. Denn ganz ehrlich: Was gibt es Schöneres, als vom Nebel in die Sonne zu kommen und einen Tag zu erleben, an dem die ganze Welt in einen goldenen Schleier gehüllt zu sein scheint und die Spätsommersonne mit ihren warmen Strahlen jede Zelle deines Körpers auffüllt. Einen Tag, an dem du Zeit hast, deinen Gedanken nach zu gehen. Einen Tag, an dem du Zeit hast, auch an nichts denken zu müssen. Einen Tag, an dem du einfach sein kannst.

Gestern hat ein Freund von mir gesagt: „Ach… Du wirst morgen eine meditative Wanderung machen“. Und ich dachte bei mir noch so: „Was erzählt der denn für einen Quatsch. Meditative Wanderung… Das hört sich ja schrecklich an. So abgehoben und schräg irgendwie“.

Aber ganz ehrlich. Ich glaube er hatte sowas von Recht. Ja – ich habe heute eine meditative Wanderung gemacht. Ich habe mich nämlich von nichts und niemanden ablenken lassen. Keine anderen Menschen. Keine Musik. Einfach Finny und ich. Und diese unglaublich schöne Natur. Diese wunderbaren Farben die schöner nicht hätten sein können und die Sonne dazu.

Zu Beginn unserer Wanderung kreisten meine Gedanken zwar noch um diverse Dinge, die mich derzeit stark beschäftigen und von denen ich mir bald eine Lösung wünsche, umher. Und ich glaube, ich erhoffte mir ehrlich gesagt auch, während meiner Wanderung eine Lösung zu finden. Doch das tat ich nicht. Irgendwie leider – und irgendwie aber auch Gott sein Dank. Denn ich fand etwas anderes bei dieser Wanderung, was mindestens so schön war: Nämlich dass es wunderbar ist, auch an gar nichts zu denken und einfach den Moment zu geniessen, auch wenn die Lösung von – sogenannten Problemen – damit noch nicht gefunden ist.

Und ja. Ich glaube, das hat meinen Tag perfekt gemacht. Einfach zu geniessen und ganz mit Finny zusammen im Hier und Jetzt zu sein. Das war herrlich!

Denken und Lösungen finden kann ich immer noch. Aber heute nicht. Denn heute ist ein perfekter Tag an nichts zu denken.

Und das machen wir jetzt weiterhin. Guter Nacht ihr Lieben. Wir gehen jetzt ins Bett. Und wer weiss, vielleicht kommt die Lösung ja im Schlaf.

Hier der Link zu unseren heutigen Fotos: http://www.aus-unserer-sicht.ch/429699467

9. Sep, 2017

Ach du grüne Neune. Was für ein Tag. Also Leute, ich kann euch sagen, was mein Frauchen heute getan hat – skandalös! Da freut sich Hund nach einer strengen Arbeitswoche auf das wohlverdiente Wochenende und stellt sich vor, dass er zusammen mit seinem Frauchen mal wieder einen schönen Ausflug in die Berge oder Ähnliches machen wird, und was passiert dann?

Ja, Frauchen weckt Hund am Samstagmorgen zwar in aller Hergottsfrühe und du denkst noch so schlafgetrunken bei dir: Super, dann machen wir also wirklich was ganz super Tolles heute und was passiert dann? Ihr werdet es nicht glauben! Sie schleppt dich zu Ricarda (ok, Ricarda ist ja an und für sich super nett) aber das Problem ist, was sie tut! Haltet euch fest! Denn jetzt kommt es!

Ricarda B A D E T mich und schnippelt dann stundenlang an meinen Haaren herum. Und dann werde ich auch noch gestrählt und geföhnt! Unglaublich so was! Und was tut mein Frauchen während dieser Zeit? Meint ihr die rettet mich vor dieser brutalen Hundevergewaltigung? Nö…. Denkst de. Die quasselt frisch fröhlich mit Ricarda in dieser Zeit und mir scheint, die merkt nicht mal wie ich L E I D E. Aber heute habe ich den zwei eine Lehre erteilt. Ich hab mich total zickig angestellt, gequietscht und gejault, so dass mein Frauchen dann doch noch gemerkt hat, was für ein ultra-mega-armes Ding ich bin. Na gut. So ganz geklappt hat mein „ich-bin-der-allerärmste-Hund-auf-Erden“ dann doch nicht. Ricarda hat mich nämlich sofort durchschaut. Doof. Sie hat sofort gemerkt, dass ich "etwas" übertreibe um Aufmerksamkeit zu bekommen. Naja. Sie kennt mich halt doch zu gut. Schliesslich habe ich ja früher einige Zeit bei ihr gewohnt.

Nichtsdestotrotz habe ich meinem Frauchen schon kurz ein schlechtes Gewissen eingejagt. Und das war wichtig! Nicht dass sie noch auf die Idee kommt, wir müssen das jetzt öfters tun.

Naja. Aber ehrlicherweise muss ich gestehen, es ist ja jetzt schon viel angenehmer als vorhin mit meinem dicken Pelz. Und vor allem: ich kann wieder was sehen! Ob nun dieser zarte Duft nach Pfirsich und Rosen sein müsste, wag ich zwar zu bezweifeln, aber mein Frauchen scheint das toll zu finden. Immer wieder drückt die mir seither ihre Nase in mein Fell und schwafelt was von: Du bist der schönste und flauschigste und bestduftende Hund auf Erden – lauter so was in der Art.

Hey aber ehrlich. Dass ich der beste Hund für sie bin, sagt sie mir ja auch sonst immer. Dafür hätte ich diese Tortur nicht über mich ergehen lassen müssen.

Naja. Wenigstens habe ich nach den ganzen Strapazen eine feine Belohnung erhalten und finde ehrlich gesagt ja auch, dass Ricarda mich echt chic gemacht hat.

Aber psssst… Verratet das niemanden… Sonst glauben die mir bei nächsten Mal noch weniger, wenn ich nach „Susy’Utzingers Stiftung für Tierschutz“ schreie ;)

Tschüssli. Eure super duftende und frisch gestylte Finny