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26. Sep, 2017

Es ist Mitten in der Nacht. Und ich sollte schlafen. Doch ich kann nicht. Nicht weil ich im Ausgang war oder sowas in der Art, sondern weil ich einfach nicht einschlafen kann und etwas nachdenklich bin.

Mein Urlaub ist schon beinahe wieder vorbei. Und bald geht es nach Hause.

Ob ich mich freue?

Ja, sehr. Nicht dass mir der Aufenthalt hier nicht gefallen hätte. Im Gegenteil. Der war genau das was ich wollte. Holiday Check – sein Dank. 100 mögliche Punkte von maximal 100. Ich würde sagen: voll erfüllt.

Im Ernst. Alles was ich mir von diesem Aufenthalt gewünscht hatte habe ich hier. Ein schönes Hotel, wo man sich auch als Frau alleine wohl fühlen kann. Ein wunderbares Zimmer. Gutes Essen. Einen traumhaften tropischen Garten. Einen Wellnessbereich für den Fall, dass das Wetter nicht mitspielt. Eine schöne Poolanlage. Ein Hotel, welches nicht allzu gross, aber auch nicht allzu klein ist. Gratis WLAN, damit ich gut bloggen kann. Eine ruhige Lage, von der man innert kürzester Zeit zu Fuss im Zentrum und am Strand ist.

Alles passt. Ich vergebe wirklich 100 Punkte hier.

Und gerade musste ich etwas schmunzeln beim Gedanken wie ich diesen wunderbaren Ort gebucht habe.

Denn nachdem ich Herrn Google nach Hotels gefragt habe, die von Singles als gut bewertet wurden, kam ich auf die Seite – welche mir, was ich zu meiner Schande gestehen muss, bis dahin unbekannt war – Holiday Check. Eine Seite, bei welcher du eingeben kannst, welche Kriterien dir wichtig sind und was du haben willst. Ich – natürlich ganz die zurückhaltende schweizerische Art - hab mich zu Beginn natürlich nicht getraut wirklich alle „must & nice to have“ Kriterien einzugeben. Es erschienen mir dann ungefähr 5789 mögliche Vorschläge von denen natürlich – wie könnte es an anders sein – alle Quatsch waren und überhaupt nicht dem entsprachen, was ich mir wünschte, nach was ich mich sehnte und was ich brauchte derzeit.

Immer mutiger (ich bin ja schliesslich lernfähig) entschloss ich mich dann, einfach mal Scherzes halber einzugeben, was ich mir wirklich wünschte. Und siehe da! Es kamen nicht mehr 5789 Möglichkeiten sondern genau noch 4.

Zuerst war ich ehrlich gesagt etwas geschockt. 4 Möglichkeiten?!? Das war ja fast wie nichts! Aber dann merkte ich, dass ich ja mehr gar nicht mehr brauchte.

Ja. Und dann habe ich eine von diesen 4 gebucht. Und ich muss noch immer sagen: Es war perfekt. Vielleicht nicht perfekt für Jedermann. Aber für mich in meiner jetzigen Situation auf jeden Fall.

Und dann – wenn ich über das alles so nachdenke frage ich mich schon, wie oft wir uns doch wirklich getrauen das zu fordern, zu verlangen und auszusprechen was wir wirklich möchten. Oder anders, wie oft wir erstaunt sind, dass wir etwas erhalten was wir eigentlich gar nicht wollten, aber auch nie klar aussprachen, was das denn wäre.

Ich auf jeden Fall versuche mir das „Holiday-Check-System“ tief einzubrennen und auch in Zukunft viel klarer zu formulieren was ich möchte, sodass ich genau das dann auch bekommen kann.

Denn ganz ehrlich – das zu bekommen was man möchte macht schon verdammt viel Spass und man profitiert definitiv am meisten davon.

So. Ich leg mich jetzt mal wieder hin und hoffe, dass das mit dem Einschlafen jetzt funktioniert.

Buoneas noches

24. Sep, 2017

Eigentlich passiert es mir nicht oft, dass ich melancholisch werde beim Gedanken Single zu sein und dann beginne über die Liebe nachzudenken. Heute jedoch schon. Es könnte gut sein, dass es daran liegt, dass ich meinen kleinen Fellwuschel schon so lange nicht mehr um mich hatte und ihn so vermiss oder auch, weil es heute Morgen am Strand bei diesem traumhaften Sonnenaufgang einfach unglaublich romantisch war und ich diesen Moment gerne mit dem Menschen, den ich am liebsten habe, an meiner Seite genossen hätte.

Aber mal ehrlich. Was ist sie denn, diese Liebe?

Ist es dieses Gefühl, Schmetterlinge im Bauch zu haben und auf Wolke rosa zu sein? Ununterbrochen an den Liebsten denken zu müssen und zu hoffen, dass die Zeit bald vergeht bis man sich wieder sieht? Dass man keinen klaren Gedanken mehr fassen kann und sich manchmal anstellt, als wäre man nicht mehr ganz normal. Oder ist es überhaupt nicht das, sondern vielmehr die Gewissheit, dass man immer füreinander da ist und das Leben zusammen geht. Ist es die Ehe? Ist es Familie?

Wann wird aus Schwärmerei Verliebtheit und wann entwickelt sich daraus Liebe oder warum verpufft alles auch nach dieser Phase manchmal. Und wenn es dann Liebe geworden ist, wann verändert sich diese plötzlich in Gewohnheit oder auch in Bequemlichkeit.

Und ich geh nochmals einen Schritt weiter: Ist es überhaupt möglich, mit einem einzigen Menschen sein ganzes Leben lang glücklich zu sein? Ist das dann die wahre Liebe? Oder könnte es auch sein, dass man mit einem anderen Partner noch viel glücklicher sein könnte, als man es mit seinem jetzigen Partner derzeit ist.

Sollte man mit dem zufrieden sein was man hat oder möchte man vielleicht doch etwas anderes in seinem Leben, wenn man mal ganz ehrlich ist.

Fragen über Fragen.

Und Antworten habe ich derzeit keine.

Muss ich ja aber auch nicht.

Denn wahrscheinlich ist es sowieso für jeden etwas anderes.

Und auch jeder muss sich diese Fragen selbst beantworten – oder auch nicht.

Ich habe auf jeden Fall beschlossen, dass ich morgen den Sonnenaufgang nicht nochmals anschauen werde. Auch wenn er wunderschön war.

Wobei. Wenn ich es mir so richtig überlege… Eigentlich könnte ich das doch nochmals tun. Denn egal ob Single, verliebt, verlobt, verheiratet oder geschieden.

So einen wunderschönen Anblick wie einen Sonnenaufgang sollte man bzw. frau sich auch selbst öfters mal gönnen. Auch ohne Partner nebenan.

Also. Ich geh in dem Fall schlafen, sodass ich morgen früh aufstehen mag ;)

Küsschen an euch

23. Sep, 2017

Boah. Bin ich froh Zuhause zu sein. Also ich meine, nicht wirklich Zuhause, aber Zuhause in „meinem“ Hotel, welches mir heute noch vieeeel schöner als sonst erscheint. Ich bin nämlich fix und foxi - und geniesse die Ruhe hier. Ein paar Stunden Palma und man kann mich rauchen. Echt. Das ist ja wirklich schlimm mit mir. Da möchte man - also frau - ein „Reisefüdli“ sein, die Welt erkunden und erforschen, was es alles Tolles gibt. Und was passiert dann? 3‘759‘385 Touristen in Palma und schon ist sie überfordert!

Boah! Geht ja gar nicht! Aber ich muss zugeben; schön war es trotzdem! Auch mit all den Menschen von der Titanic, der MSC, dem Traumschiff oder wie all diese Luxusdampfer heissen, die da vor der Küste rumstehen.

Also ich selbst habe es heute ja bevorzugt, meine Privatjacht, die Princess XXXXXXL ausnahmsweise nicht zu gebrauchen, sondern mit dem öffentlichen Bus in einer langen und langweiligen Fahrt nach Palma zu reisen. Dort, im unterirdischen und wie ich gestehen muss ziemlich beeindruckenden Untergrund-Bus-Bahnhof angekommen, suchte ich als Erstes den Weg zur Touristeninformation auf, da der super Reiseführer, den mir meine Schwester extra geliehen hat, auf der Jacht – nagut, eher im Hotel – liegen geblieben ist.

Einen gratis Stadtplan später und einen kurzen Blick hinein war schnell klar, dass ich einfach den unzähligen Shops und Läden folgen muss, um dann automatisch zur Kathedrale und dem Meer zu gelangen. Ich muss sagen: das war ideal. Das versteht frau auch ohne einen Plan.

Gesagt – getan.

Vieeele Läden später stand ich dann direkt davor. Und ich muss gestehen: Der Anblick war grandios! Stolz steht sie da. Schön. Mächtig. Erhebend. Einfach wunderbar. Die Kathedrale La Seu. Und neben ihr wirken sogar die grossen Kreuzfahrtschiffe im Hafen plötzlich ziemlich unscheinbar und klein.

Mich auf jeden Fall hat sie beeindruckt. Und nun verstand ich auch, weshalb ausser mir noch 3‘759‘385 andere Touristen dieses Bauwerk betrachten wollten.

Aber nicht nur für die La Seu oder das Shopping lohnt es sich, einen Besuch in Palma zu machen, sondern auch durch die malerischen Gässchen zu schlendern und die atemberaubenden Häusern im spanisch-katelanischen und arabischen Stil zu betrachten ist toll.

Und auch wenn ich jetzt todmüde und völlig ko bin, war der Besuch in Palma wirklich wunderschön und ich bin sicher, das geh ich irgendwann wieder hin.

21. Sep, 2017

Als ich heute Morgen meine Augen öffnete und realisierte, dass es noch richtig früh war, überlegte ich kurz, ob ich mich mich nochmals umdrehen und es auszunutzen sollte, dass ich weder mit Hund Gassi gehen, noch arbeiten muss, oder ob ich die Gunst der Stunde ausnutzen, am Strand lang spazieren und hoffen sollte, dass ich dort einen wunderbaren Sonnenaufgang geniessen kann.

Nach kurzem Zögern entschied ich mich für die zweite Variante, schnappte meinen Fotoapparat und mein Handy und ging kurze Zeit später auch schon los.

Auch wenn ich zwar davon ausging, dass ich bereits zu spät dran war um einen richtig schönen Sonnenaufgang zu sehen, genoss ich die Morgenstimmung sehr. Denn in meinen Augen ist das mit Abstand die allerschönste Phase am Tag. Alles ist frisch, noch etwas verschlafen und so rein. Einige wenige Einheimische reinigen die Cafés, von den vielen Touristen ist weit und breit noch niemand zu sehen und alles scheint einem sagen zu wollen, dass heute der beste Tag überhaupt werden könnte.

Ich schlenderte also so am Strand entlang, genoss diese wunderbare Stimmung sehr und kam aus dem Staunen der Schönheit des Momentes kaum mehr heraus... ❤

Viele schöne Fotos und Momente später genoss ich nach meinen wundervollen Morgenspaziergang dann mein wohlverdientes Frühstück, bevor ich mich schon bald in mein nächstes Abenteuer stürzte.

Mal wieder völlig planlos, dafür aber mit einem unbändigem Gottvertrauen dass es das Universum gut mit mir meint und mit schon zeigen wird, wo es schön ist oder was ich brauche heute, stellte ich mich einfach an die nächst beste Bushaltestelle und beschloss einfach den nächsten Bus zu nehmen, der da auftauchen wird.

Gedacht – getan.

Und ja! Das Universum – oder wer auch immer – meinte es wirklich mal wieder wunderbar gut mit mir. Warum – fragt Ihr euch? Weil es mir zwar nicht die Karibik zeigte, aber etwas, was mindestens so wunderschön war. Die Cala Mesquida. Eine Bucht, die schöner kaum sein kann. Glasklar ist das Wasser und die Farbe von tiefblau bis zum intensivsten Türkis, welches ich je gesehen habe. Einfach nur traumhaft schön kann ich euch sagen. Ein Traum!

Etwas abseits von den Menschen, die das kühle Nass genossen, genoss ich es, auf einem Felsenvorsprung zu sitzen, die traumhafte Buch zu beachten, die Farben aufzusaugen, dem Wellenrauschen zuzuhören und den warmen Wind auf meiner Haut zu spüren.

Zu merken, wie klein wir doch sind und wie unglaublich schön das Drumherum, verweilte ich lange auf diesem Felsen, liess meinen Gedanken und Gefühlen freien Lauf und kam mal wieder zum Schluss: Es ist schon wirklich schön, auf dieser Welt zu sein. ❤❤

Dankbar und zufrieden sage ich mal wieder: Gute Nacht und freue mich schon, auf den nächsten Tag.

Hier ist der Fotolink zu der Cala Mesquida und zum Sonnenaufgang: http://www.aus-unserer-sicht.ch/436698518

 

 

20. Sep, 2017

Ich gebe es zu. Meistens finde ich es wirklich toll Single zu sein und es macht mir überhaupt nichts aus, alleine (und mit Finny) durch die Welt zu ziehen – im Gegenteil. Meistens finde ich das super toll. Aber wenn ich ehrlich bin gibt es schon auch manchmal Situationen in denen ich mir für einen Moment jemanden an meine Seite wünschte. Jemand, der dich vielleicht mal an die Hand nimmt und sagt: „Schatzeli, es kommt schon gut.“

Und – ja - ich muss gestehen, einen solchen Jemand hätte ich mir heute Morgen an meiner Seite gewünscht. Nein nein.. Es war nichts super Schlimmes geschehen. Und doch wäre es mir wohler gewesen, das nicht alleine machen zu müssen. Ich musste mich heute Morgen nämlich in das ca. 30 Minuten entfernte Manacor fahren lassen, um dort im Spital einen Arzt aufzusuchen, den es hier im Ort in dem ich meine Ferien mache nicht gibt.

Und spätestens dann merkst du schnell: Im Ausland zu sein ist nur so lange toll, bis man sich nicht gut fühlt, einen Arzt aufsuchen muss oder einen Unfall hat. Und dann wünscht man sich urplötzlich wieder Zuhause zu sein. Dort wo man weiss wie alles läuft, man dieselbe Sprache spricht und man sich irgendwie sicher und behütet fühlt.

Aber eben. Manchmal kommt es anders.

Und irgendwie scheine ich diese Spitäler im Ausland ja in den letzter Zeit magisch anzuziehen. Ich könnte euch ein Liedchen davon singen wie die italienischen, balinesischen, deutschen oder österreichischen Spitäler so funktionieren und seit heute Morgen weiss ich also neuerdings auch noch, wie das bei den Spaniern so abläuft. Wobei ich gestehen muss, hier auf Mallorca wirst du als Schweizer zwar fast als Exot angesehen bei so vielen deutschen Menschen hier und zur EU gehören wir ja auch nicht, aber wenn du mit einer schweizerischen Krankenversicherungskarte hier in ein Spital einmarschierst, bekommst du automatisch den VIP-Status wie mir scheint. Denn kaum wurde meine Karte als gut befunden, konnte ich auch sogleich an allen wartenden Menschen vorbei – und das waren vieeele - und man kümmerte sich wunderbar um mich.

Eine gründliche Untersuchung später – und mit dem Ergebnis: alle io – konnte ich das Spital auch schon bald wieder verlassen und mich zurück zu meinem temporären Zuhause chauffieren lassen.

Nach so viel Aufregung machte ich es mir dann am Nachmittag genüsslich am Pool bequem und genoss - da der Hotelpool ja leider nicht beheizt ist (was ich persönlich ab 20 Grad machen würde ;)) - dann noch die wunderbare Wellnessoase. Denn ich finde Wasser so ab ca. 34 Grad ganz ok.

Jetzt sitze ich zum ersten Mal seit meinen Ferien am Abend in einer Bar am Strand, staune woher all diese Leute plötzlich gekommen sind und frage mich gerade, ob ich hier wirklich gerade am rechten Ort bin.

Aber wer weiss… Ich lass mich jetzt mal auf dieses Gewühle ein und mische mich mal unter die Menge - und sage: Prost. Bis morgen .