6. Mrz, 2018

3:58

Es ist drei Uhr achtundfünfzig. Mitten in der Nacht. Oder eigentlich schon fast wieder früh am Morgen. Ich bin so unendlich müde. Seit Tagen schlafe ich nicht mehr. Also eigentlich, seit einer Woche; genauer gesagt seit dem ich hier bin.
Ich glaube fast jeder der schon einmal im Spital war weiss, wie das ist. Du fühlst dich nicht gut und hast das Bedürfnis nach Schlafen und Ruhe und genau in dem Moment in dem du merkst, dass du nun endlich einschlafen kannst, drückt deine Bettnachbarin den Alarmknopf oder muss zur Toilette. Augen auf – und mit dem Schlafen ist es erst mal wieder vorbei. Und dann, nach vielen tiefen Atemzügen und diversen Einschlaf- und Meditationstechniken später, dann, wenn du endlich wieder ganz sanft in deinen wohlverdienten Schlaf fällst, kommt sicherlich nach spätestens 7,5 Minuten die Nachtschwester, die dich - wie übrigens die Stunde zuvor schon – wieder weckt. Klar, dass ist ihr Job und ich bin ihr ja dankbar, dass sie kontrolliert, ob ich noch atme. Aber ganz ehrlich, wenn ich es nicht mehr tun würde, wäre es ja dann sowieso schon zu spät.
Nein, Spass beiseite. Aber ich merke gerade, nach einer Woche keinen Schlaf und morgens nach vier, kommt wirklich meine zynische Art langsam aber sicher deutlich zum Vorschein.
Also wo waren wir stehen geblieben. Ah ja. Bei der netten Nachtschwester, die ja nicht nur eine Stunde zuvor, sondern auch eine Stunde danach, für ihre nächste Kontrolle wieder Licht machen muss.
Und dann, wenn du mal wieder drohst einzunicken, beginnt mindestens eine deiner Bettnachbarinnen zu schnarchen, oder sich zu übergeben, sodass an Schlaf sicherlich nicht mehr zu denken ist.
Und dann - jetzt höre ich es auch gerade wieder – immer und immer wieder all diese Alarme. Die dich, wie mich gerade jetzt und nach einer Woche schlaflos, völlig durchdrehen lassen könnten.
Doch diese Nacht, so schien es, habe ich endlich seitdem ich hier bin, das goldene Los gezogen. Denn in meiner letzten Nacht hier hatte ich wirklich das ganze Zimmer für mich. Keine Bettnachbarinnen. Nur mich und die Nachtschwester.
Hatte. Die Betonung liegt auf hatte...
Denn, man glaubt es kaum, es war richtig herrlich, ich konnte heute nämlich wirklich vor Mitternacht einschlafen. Endlich bekam ich meine wohlverdiente Erholung. Bis dann um Punkt 1:30 wieder eine neue Bettnachbarin an meine Seite bekam. Und – genau, ihr habt es erraten – seither bin ich wieder wach und hoffe, dass ich ich auch diese Nacht ohne Schlaf nochmals übersteh.