22. Apr, 2018

Die Wolken und die Welle

Ich sitze auf der Terrasse, schaue zum Säntis und realisiere, dass es heute zum ersten Mal seit ich hier bin, nicht strahlend schön ist, sondern sich Wolken am Himmel gebildet haben. Wolken, die sich auf den ersten Blick gar nicht bewegen, doch beim genaueren Betrachten, ganz langsam aber stetig immer weiter ziehn.

Ich lasse meinen Gedanken freien Lauf. So wie den Wolken. Nichts halten – sondern einfach ziehen lassen. Und vertrauen darauf, dass die Wolken bald wieder verschwunden sind.

Ihr merkt es, ich komme gerade ins Philosophieren und glaube, dass mir das Universum – oder wer auch immer - gerade etwas mitteilen will. Denn diese Wolken sind doch wirklich sinnbildlich fürs Leben. Manchmal stehen wir in der strahlenden Sonne und merken erst wie schön das ist, nachdem Wolken aufgezogen sind. Und dann können wir nichts anderes machen, als zu akzeptieren, dass auch mal Wolken sein dürfen und warten, bis diese wieder vorüber gezogen sind.

Und wenn ich das auf mein Leben übertrage, dann kommt mir auch noch ein anderes Bild in den Sinn. Nämlich das Bild der Welle. Denn ich glaube, man kann sich bei Problemen oder schwierigen Situationen entweder dafür entscheiden, gegen die Welle anzukämpfen und schlussendlich – mit grosser Wahrscheinlichkeit früher oder später - in ihr unter zu gehn. Oder man kann versuchen, sie so gut als möglich zu akzeptieren, sie auszuhalten, sie geschehen zu lassen und zu vertrauen und zu wissen, dass jede Welle irgendwann das sichere Ufer erreicht und sich dann wieder zurück zieht.

Ist das nicht ein fantastischer und beruhigender Gedanke: Jede Welle kommt irgendwann ans sichere Ufer und zieht sich dann auch wieder zurück…