18. Mai, 2018

Dach runter anstatt mit der Krankheit kämpfen

Seit ein paar Tagen bin ich wieder daheim. Daheim bei meiner Finny. Endlich. Lange hat es gedauert – viel länger als ursprünglich gedacht. Aber jetzt bin ich ja wieder da. Das ist die Hauptsache.

Wenn ich jetzt aber sagen würde, dass ich schon wieder ganz fit bin, dann wäre das gelogen. Ganz fit bin ich noch nicht…  Und vielleicht dauert das auch noch einen Moment. Aber ich bin auf jeden Fall auf gutem Weg dazu. Es geht mir auf alle Fälle schon wieder viel viel besser und ich freue mich sehr, wieder hier zu sein.

Und. Ja. Ich habe viel gelernt. Und bin noch dran am Lernen. Denn ganz alles habe ich noch nicht verstanden. Jedoch schon viel. Sehr vieles sogar… Denn ich glaube, genau dafür war die vergangene Zeit da. Ich glaube, dass der Sinn von der Krankheit war, dass ich hinschaute und hinhörte, was sie mir wohl sagen will...

Und deshalb war ich von Beginn an mit einem nicht einverstanden… Ich konnte beim besten Willen nicht verstehen, wie Menschen sagen können: „Man muss eine Krankheit oder die Symptome bekämpfen..."

Bekämpfen...???!? Ich soll einen Kampf führen? Gegen was? Gegen wen????

Denn ganz ehrlich Leute…!! Überlgen wir mal: Kann bei einem Kampf denn überhaupt jemand als Gewinner rausgehen…?!?

Und da ich diese Frage für mich mit einem Nein beantworten konnte, war für mich klar, ich musste einen andere Weg finden. Und ich wusste schnell, ich möchte mich viel mehr mit meiner Krankheit verbünden. So, dass sie mir verrät, warum sie erschienen ist und was ich tun soll, damit sie in Zukunft nicht nochmal in irgend einer Form auftritt.

Und ja. Ich habe viel hingeschaut und hingehört. Und vieles verstanden habe ich auch. Aber manchmal braucht man auch noch anderes. Momente, bei dem man nichts denkt, sondern einfach seinen Kopf und seine Gedanken verlüftet...

Und deshalb – und weil das Leben so schön ist – tut es gut, alle Gedanken mal für einen Moment einfach auf der Seite zu lassen. Nichts denken. Nichts müssen. Einfach nur sein. Das Dach runter lassen… Den Wind spüren…

Und zu realisieren: Ach Gott, ist dieses Leben schön.