Blog Teil 2

1. Mrz, 2022

Es ist nicht heute. Es war nicht gestern. Es ist der Tag x, an dem du dich entschieden hast, von diesem Planeten zu gehen. Der 29.02, ein Tag, den es eigentlich nicht gibt.

Nun sind es bereits 6 Jahre her, seit diesem einen besagten Tag. Dem Tag, an dem sich unser komplettes Leben verändert hat und gefühlt nichts mehr so ist, wie es war. 

Irgendwie fühlt es sich an, als wäre es erst gestern gewesen. Alles ist so unfassbar real und präsent. Und auf der anderen Seite sind gefühlt mehrere Leben vergangen, die vorbeigegangen sind seither.

Ich schicke dir heute, mein geliebter grosser Bruder, meine ganze Liebe dir zu. Danke, dass du mein Leben so bereichert hast und danke, dass du von oben immer noch so gut auf mich schaust.

Ich liebe dich, mein grosser Bruder. Und ich freue mich schon auf den Moment, an dem wir uns wieder sehen werden. 

Bis dahin werde ich hier das umsetzen, was du mir als letzte Botschaft mitgegeben hast: "Geniess es."

Ja, das tue ich - auch für dich.  

«Jauh di mata, dekat di hati» - «Den Augen fern, dem Herzen ganz nah.»

 

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10. Jan, 2022

Ich empfinde gerade eine tiefe Dankbarkeit. Dankbarkeit und Liebe. Heute vor 32142 bist du auf diese Erde gekommen. Du hast in diesen 32142 so viel Unterschiedliches gesehen und erlebt und hast so eine unglaubliche Veränderung von diesem Planeten miterleben können.

Du bist geboren in die Zeit nach dem ersten Weltkrieg, in der es schwierig war Geld zu verdienen und deine Mutter deshalb ins Ausland musste, um das zu tun. Dann hast du erlebt, wie der zweite Weltkrieg ausbrach und du als Kind dich im Bunker verstecken musstest, wenn mal wieder der Fliegeralarm losging. Ich kann mir nicht vorstellen, wie viel Angst du gehabt haben musstest, jedes Mal, wenn das wieder geschah. Dann bist du schon als Teenager ganz alleine in die Schweiz gekommen, weil es damals nach dem Krieg in Österreich für dich kaum eine Arbeit gab. Ganz alleine hier angekommen hast du dann Arbeit gefunden und zum Glück auch irgendwann meinen Vati kennengelernt.

Schönes hast du erlebt, in diesen vielen Jahren, Spannendes und auch vieles, was Schrecklich und Unvorstellbar war. Du hast miterlebt, wie man WC’s im Haus installierte, wie es Waschmaschinen oder einen Fernseher gab. Du musstest aber auch deinen Sohn beerdigen, was kaum auszuhalten war. Und du musstest du dich vor einigen Jahren auch von deinem Ehemann verabschieden, er über 60 Jahre an deiner Seite war.

Du hast schlimme Dinge erlebt und doch bist du immer wieder aufgestanden und hast dich unterkriegen lassen. Ganz im Gegenteil. Mir war lange Zeit nicht klar, was für eine starke Frau du bist.

Auch der Virus hat dich nicht in die Knie gezwungen, sondern dich einfach noch mehr nach Innen geführt. Du nimmst an, was ist und machst das Beste aus einer Situation. 

Liebes Mami. Ich bin so stolz auf dich. Du klagst nicht. Du forderst nicht. Du bist dankbar. Du hältst dich geistig fit. Du bildest dich weiter. Du entwickelst dich weiter. Du tust heute Dinge, von denen du nie hättest dir träumen lassen, dass du das kannst.

Du bist ein Vorbild für mich, mein liebes Mami. Ein Vorbild, die allerbeste Mutter und meine nächste Bezugsperson noch dazu. Danke dass du mir das Leben geschenkt hast. Und ich feiere, dass du seit 32142 Tagen dich immer wieder entscheidest, aufzustehen. Du bist eine starke Frau. Schön, dass du mein Mami bist.

Alles erdenklich Liebe zu deinem Geburtstag wünsche ich dir.

 

 

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26. Sep, 2021

Was bin ich gerade geflasht und finde es gerade sowas von cool.

Gestern hatten wir bei unserer Weiterbildung das Thema Manifestation. Es ging darum, was der Unterschied ist, ob ich wähle oder ob ich entscheide. Denn das eine ist, zu entscheiden von den Möglichkeiten, die ich schon kenne und das andere ist, zu wählen von allem was da ist.

So in der Art, hatte ich das ja schon ganz oft gehört, doch so richtig klick gemacht, hat es gestern plötzlich und ich begann zu verstehen, was damit gemeint ist.

Heute Morgen habe ich mir darüber nochmals viele Gedanken gemacht. Ich habe in mich hineingespürt, in welchen Bereichen ich das schon verstanden habe und in welchen bisher noch nicht. Und ich entschied mich dann ganz bewusst, das Alte hinter mir zu lassen, und künftig auch in diesen Bereichen nicht nur zu entscheiden, sondern auch hier zu wählen.

Ich hing dann so meinen Gedanken nach und schlenderte Gedankenversunken neben meiner Finny her, als ich plötzlich stehen blieb und den Impuls hatte, mir die Kleeblätter am Wegrand genauer anzuschauen.

Leute. Ich dachte echt, ich sehe nicht recht, als ich genau vor mir mehrere vierblättrige Kleeblätter entdeckte!

Zuerst konnte ich es fast nicht glauben, da ich bisher - ich glaube - noch gar nie, solche entdeckte. Und jetzt waren genau da wo ich angehalten bin, nicht nur eines, sondern gleich mehrere. Und sie waren wirklich nur genau da und nicht weiter vorne und auch nicht weiter hinten.

Ich war geflasht. Und bin es noch immer.

Zufall – denkst du jetzt vielleicht?

Tja, vielleicht. Und vielleicht geht es auch ganz anders herum und das Glück fliegt dir zu, wenn du dazu die Wahl triffst.

Und deshalb sage ich: "Ja Leben. Ich bin hier. Ich lasse das Alte hinter mir und wähle." 

 

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21. Sep, 2021

Dieser Satz war heute plötzlich da. Ich hörte ihn in mir drinnen. Und zugleich war ein Gefühl von tiefster Liebe da.

...

Ich sass draussen. Liess mich von der warmen herbstlichen Sonne wärmen und machte eine Chakra-Meditation.

Rot. Das Wurzelchakra.

Orange. Das Sakralchakra.

Gelb. Das Soarplexuschakra.

Grün. Das Herzchakra.

Und plötzlich war er da. Dieser Satz: sampai jumpa lagi. Und dazu das Bild von meiner «Mama-Bali». Ich spürte sie. Ich sah sie. Ganz nah. Und ich spürte diese unfassbare Liebe. Ich hörte diesen Satz. Auch wenn ich keine Ahnung mehr hatte, was seine Übersetzung überhaupt war.

Tief berührt nach der Meditation, nahm ich mein Handy zur Hand und fragte Google nach der Übersetzung von diesem Satz, den ich noch immer ganz klar in meinem Herzen vernehmen konnte und Google sagte, dass «sampai jumpa lagi» auf bahasa indonesia, also auf Indonesisch, die Bedeutung «wir sehen uns wieder» hat. 

Wow! Ja. Ich erinnerte mich wieder! Ja. Ich liebte diesen Satz. Und vor allem liebte ich meine Mama-Bali auf eine ganz ganz tiefe Weise, auch wenn wir eigentlich gar nie wirklich zusammen sprechen konnten, weil unsere Sprache nicht die Selbe war.  

Warum ich dir das erzähle ist, weil ich mal wieder so tief berührt bin darüber, wie wir über die Liebe verbunden bleiben, auch über dieses Erdenleben hinaus.

Und falls du nun denken solltest, dass es eher ein schöner Zufall war, dann macht das nichts. 

Aber ich geniesse es, diese Verbundenheit immer mal wieder spüren zu dürfen und ich sage  sampai jumpa lagi, zu allen, die bereits voraus gegangen sind. 

 

 

16. Sep, 2021

Es ist regnerisch. Zeit für eine Badewanne. Zeit sich einfach etwas einzukuscheln. Auf Youtube läuft gerade das Café am Rande der Welt. Ich liege einfach so da und lausche. Ich hörte gerade folgendes:

Ein Geschäftsmann reist zur Erholung an einen fremden Ort. Er reiste fort, um dem Alltag zu entfliehen. Er reiste fort, um seine Batterien wieder aufzuladen. Er flog weit weg, um in einem kleinen Dorf am Meer, seine Urlaubstage zu verbringen. Ein paar Tage lang beobachtete er die Dorfgemeinschaft und stellte fest, dass ein bestimmter Fischer am Glücklichsten und Zufriedensten von allen wirkte. Der Geschäftsmann wollte wissen, woran das lag und so fragte er schliesslich den Fischer, was er jeden Tag tat. Der Mann antwortete ihm, dass er jeden Morgen nach dem Aufwachen mit seiner Frau und seinen Kindern frühstücke. Dann gingen seine Kinder zu Schule und er fuhr zum Fischen raus und seine Frau malte. Ein paar Stunden später kam er mit genügend Fischen für die Familienmahlzeiten nach Hause und machte ein Nickerchen. Nach dem Abendessen gingen er und seine Frau am Strand spazieren und beobachteten den Sonnenuntergang, während die Kinder im Meer schwammen.

Der Geschäftsmann war fassungslos. «Machen sie das jeden Tag?», fragte er. „Meistens schon“, antwortete der Fischer. „Manchmal machen wir auch andere Dinge, aber für gewöhnlich sieht mein Leben so aus.“ „Und Sie können jeden Tag genügend Fische fangen?“ fragte der Geschäftsmann. „Ja“, antwortete der Fischer, „es gibt viele Fische.“ „Könnten Sie mehr Fische fangen, als Sie für Ihre Familie mit nach Hause nehmen?“, erkundigte sich der Geschäftsmann weiter. Der Fischer antwortete lächelnd: „Oh ja, häufig fange ich viel mehr und lasse sie dann wieder frei. Sie müssen wissen, ich liebe es zu fischen.“

„Aber warum fischen Sie nicht den ganzen Tag und fangen so viele Fische, wie Sie können?“, hakte der Geschäftsmann nach. „Dann könnten Sie den Fisch verkaufen und viel Geld verdienen. Schon bald könnten Sie ein zweites Boot kaufen und dann ein drittes Boot, andere Fischer beschäftigen, die ebenfalls viele Fische fangen. In ein paar Jahren könnten Sie sich ein Büro in einer großen Stadt einrichten, und ich wette, dass Sie innerhalb von zehn Jahren ein internationales Fischhandelsunternehmen aufbauen könnten.

“Der Fischer sah den Geschäftsmann freundlich an. „Und warum sollte ich das tun?“ „Nun wegen des Geldes“, antwortete der Geschäftsmann. „Sie würden es tun, um eine Menge Geld zu verdienen, und sich dann zur Ruhe zu setzen.“ „Und was würde ich dann in meinem Ruhestand tun?“, fragte der Fischer. „Na ja, was immer Sie möchten, nehme ich an“, sagte der Geschäftsmann. „Etwa mit meiner Familie frühstücken?“, „Ja, zum Beispiel“, sagte der Geschäftsmann etwas verärgert darüber, dass der Fischer sich nicht stärker für seine Idee begeisterte. „Und da ich so gerne zum Fischen gehe, könnte ich, wenn ich wollte, jeden Tag ein bisschen fischen?“, fuhr der Fischer fort. „Ich wüsste nicht, was dagegenspräche“, sagte der Geschäftsmann. „Wahrscheinlich würde es dann nicht mehr so viele Fische geben, aber vermutlich wären immer noch genügend da. „Vielleicht könnte ich dann auch die Abende mit meiner Frau verbringen. Wir könnten am Strand spazieren gehen und den Sonnenaufgang beobachten, während unsere Kinder im Meer schwämmen?“, fragte der Fischer.

„Sicher, alles, was Sie wollen, wobei Ihre Kinder dann wahrscheinlich schon erwachsen sein dürften“, sagte der Geschäftsmann.

Der Fischer lächelte ihn an, gab ihm die Hand und wünschte ihm gute Erholung.

 

Vielleicht denken wir mal ein bisschen und in Ruhe über diese Geschichte nach.
Ich glaube, das lohnt sich.